Wenn gute lokale Wirtschaftspolitik auf junge Talente trifft

„Die Rahmenbedingungen, die ich hier tagtäglich erlebe und vor allem diese fantastische Arbeitskultur sind etwas, das ich nicht wieder missen möchte. Ich glaube mittlerweile fest daran, dass man nach einigen Jahren in Dänemark einfach inkompatibel zu Deutschland wird.“

Philip Kardell, SØRENSEN – Connecting Markets

„Wo zur Hölle liegt Herning?“. Was einst als Name einer dänischen Fernsehserie avancierte, ist heute als Begrifflichkeit nur noch ironisch zu verstehen. Die dänische Stadt Herning kann ein vorbildhaftes Wachstum und eine exzellente Wirtschaftspolitik in den letzten Jahren vorweisen. Herning bietet nicht nur ein attraktives Geschäftsklima mit vielen internationalen Firmen vor Ort, sondern bietet durch seine vielen Ausbildungsstätten und Universitäten auch die richtigen Talente. 

Einer dieser Newcomer ist Philip Kardell. Der 20 jährige Deutsche studiert seit einigen Jahren in Herning Betriebswirtschaftslehre und ist sehr von der Stadt und seinen Möglichkeiten angetan.

„Ich habe mich damals für Dänemark und Herning entschieden, da ich sehr von der Nähe zwischen Studium und Wirtschaft begeistert war. Auch generell ist das Studien- und Arbeitsklima deutlich angenehmer als in Deutschland.“

Auf Grund des starken Lokalgewerbes und den guten Rahmenbedingungen für den Sprachenerwerb, welcher finanziell von der öffentlichen Hand zu großen Teilen übernommen wird, war es für Philip auch nur eine Frage der Zeit, bis er einen spannenden und studienrelevanten Job in einem deutsch-dänischen Betrieb finden konnte.

„Ich bin begeistert von Philip‘s Kompetenzen, seiner Mehrsprachigkeit, und dem gegenseitigen Austausch. Herning bietet uns als Arbeitgeber einfachen Zugang zu neuen Talenten wie ihm mit verschiedensten Fähigkeiten und Hintergründen. Generell sind die Bedingungen für Personalfindung sehr gut.“ sagt Benny Sørensen, Geschäftsführer der deutsch-dänischen Unternehmensberatung SØRENSEN – Connecting Markets.

Ein wichtiger Punkt, der Herning als attraktiv hervorhebt, ist der Fakt, dass die Kommunen sich als Dienstleister für die Wirtschaft auffasst. In Dänemark-weiten Analysen für die Statistik des Hauptverbandes der Dänisches Industrie ist Herning auf jeden Fall immer in den Top 3-4 attraktivsten Regionen für Unternehmen gelistet worden. Diese vorbildhafte Entwicklung der letzten Jahre in Herning kann auf sowohl sehr engagierte Kommunalpolitik als auch gute Landespolitik zurückgeführt werden.

Der dänische Arbeitsmarkt folgt nämlich dem Konzept der Flexicurity, welche vernünftige soziale Absicherung mit einem liberalen Arbeitsmarkt kombiniert. So sind die Sozialsysteme steuerlich finanziert und es fallen für Arbeitgeber keine Lohnnebenkosten an. Das sind natürlich hervorragende Rahmenbedingungen, welche die Rekrutierung von Nachwuchskräften befeuert.

„Viele Deutsche glauben im ersten Augenblick, dass es doch einen Haken geben müsse. Doch es kann manchmal auch schöner sein, als man glauben mag.“, meint Benny Sørensen. 

Eines steht jedenfalls fest: Philip Kardell hat beschlossen nach seinem Studium in Dänemark zu bleiben. „Die Rahmenbedingungen, die ich hier tagtäglich erlebe und vor allem diese fantastische Arbeitskultur sind etwas, das ich nicht wieder missen möchte. Ich glaube mittlerweile fest daran, dass man nach einigen Jahren in Dänemark einfach inkompatibel zu Deutschland wird.“

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