Bargeldlos in Dänemark – Herausforderungen und Chancen

Bezahlen ohne Bargeld und stattdessen mit dem Handy – was für manch einen noch nach Zukunftsmusik klingt, ist in Skandinavien bereits Alltag. Welche Rahmenbedingungen bedeutet dies für Unternehmen, und wie wurde diese Entwicklung von staatlicher Seite aus forciert?

Das elektronische Bezahlen hat sich alleine in Dänemark im Laufe der letzten 10 Jahre annähernd verdoppelt. Diese Entwicklung wird politisch sehr unterstützt. So wurde es bereits auf gesetzlicher Seite durchgesetzt, dass die offizielle Annahmepflicht von Bargeld für Nicht-Lebensmittelgeschäfte aufgehoben wurde. Dies fördert natürlich den Ausbau der digitalen Bezahlinfrastruktur, geschieht jedoch auch mit Hinblick darauf, Geschäfte von Überfällen zu schützen. Diese Entwicklung weist einen solchen Erfolg auf, dass die Dänische Zentralbank aufgrund des akuten Nachfragemangels an Bargeld im Jahre 2016 schon beschlossen hat, keine neuen Geldscheine zu drucken. Einen großen Vorteil, den die Dänen in diesem Zusammenhang nutzen, ist ihre geringere Größe. In einem relativ kleineren Land mit weniger Banken und Lebensmittelketten ist eine Normierung des Zahlungssystems im Vergleich zu Deutschland selbstverständlich einfacher durchzusetzen.

Fakten:

  1. Dänen benutzen ihre Karte ca. 300 Mal jährlich
  2. 23% der Dänen benutzen Bargeld (EU: 79%)
  3. <1 % Mobilzahlungen in Deutschland in 2018

Wie bezahlen die Dänen? 

Eine Antwort lautet: Mobilpay. Diese App, welche als Gemeinschaftsprojekt verschiedener Banken betrieben wird, ermöglicht es Menschen, Geld mit Hilfe ihres Smartphones zu überweisen. Dieses System ist mitunter so weit verbreitet, dass es auch beim alltäglichen Wochenmarkt möglich ist, mit seinem Smartphone Einkäufe zu tätigen.

Was kann man von Dänemark lernen?

Auch die Kostenseite des Bargeldes gilt es zu betrachten. Eine Studie der Berliner Steinbeis-Hochschule legt so zum Beispiel offen, dass die häufige Bargeldnutzung in Deutschland jährliche Gesamtkosten von ungefähr 10 Milliarden Euro verursacht. Diese Kosten fallen zumeist für Sicherheitsvorkehrungen, Fachpersonal sowie Transport für Bargeld an. Dies bedeutet, dass es im Interesse von vielen Einzelhändlern und Unternehmen ist, diese Kosten in naher Zukunft zu beseitigen.

Mit Blick in die Zukunft wird also klar, dass auch deutsche Unternehmen mit zunehmender Digitalisierung sich auf verstärkten bargeldlosen Handel vorbereiten müssen. Für Deutsche Unternehmen in Skandinavien bedeutet dies, sich auf andere Bezahl Strukturen vorzubereiten und aus bestehenden Konzepten zu lernen.